Stefan Kern, Communication Manager / PR-Berater - 17. Mai 2017
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Beim World Independent Advertising Award sind ausschliesslich netzwerkunabhängige Agenturen zugelassen. Neo-Jurymitglied Bernhard Herzig erklärt im CEO-Interview, warum es dennoch kein Spaziergang wird.

Der Award ist hierzulande gänzlich unbekannt und du bist gleich als Jurymitglied dabei. Wie kam es?
Maxomedia nahm letztes Jahr teil. Darauf aufmerksam wurden wir über «thenetworkone», der Organisation führender unabhängiger Agenturen weltweit. Und prompt haben wir vier bronzene Trophäen abgeräumt. Dass wir uns gegen Agenturen mit mehreren hundert Mitarbeitenden durchsetzen konnten, hat nicht nur die Organisatoren überrascht.

Mehrere hundert? Es sind doch nur unabhängige Agenturen zugelassen…
Genau. Unabhängig heisst aber nicht klein. Der Award richtet sich an Agenturen weltweit. Nicht überall tritt man ab einer kritischen Grösse einem Netzwerk bei. «BRM Grandes Interacciones» aus Kolumbien etwa verfügt über 3'200 Mitarbeitende und ist unabhängig.



 
Zugegeben, ein spannender Indie-Award. Doch braucht die Werbewelt überhaupt noch weitere Awards?
Viele thematische Awards kämpfen mit ihrer Positionierung. Disziplinen konvergieren. Heute kommt keine gute Kampagne mehr ohne Crossmedia- oder Crosschannel-Marketing aus, geschweige denn Digitalmarketing. Mit dem was Agenturen beim Dialogmarketing-Preis einreichen, können sie weltweit noch bei einem weiteren Dutzend Awardshows teilnehmen. Neue Awards wie der WINA orientieren sich an den Einreichern und nicht mehr vorwiegend an der Art der Kampagnen.

Was macht die WINA sonst noch einzigartig?
Die Zusammensetzung der Jurys. Die Präsidenten stammen ausdrücklich aus Netzwerkagenturen und werden so ihrer Kontrollfunktion gerecht. Zudem sind die Jurymitglieder nicht miteinander verbandelt. Wir stammen ja alle aus unabhängigen Agenturen. Wir wurden ausserdem ausgewogen auf die verschiedenen Kategorien verteilt. Meine Jurykollegen stammen aus Spanien, Russland, UK und den USA.

Die WINA-Verleihung findet am 30. Juni in Barcelona statt - heuer zum ersten Mal nebst in Südamerika auch in Europa. Wohin führt der Weg?
Das hängt auch ganz davon ab, wie sich die Awardlandschaft hierzulande entwickelt. In Südamerika geniesst der Award einen guten Ruf. In Europa hat er Aufholpotenzial. Sein Ansatz ist spannend und füllt eine Lücke. Ich traue ihm einen festen Platz im Kalender unabhängiger Agenturen zu – auch wenn es noch keine Punkte für das Kreativranking gibt.

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