Mit Instagram gegen Jugendgewalt

Aus­gangslage

Die Sta­tis­tik belegt: An den Woch­enen­den kommt es sig­nifikant zu mehr Gewalt­de­lik­ten. Tat­en geschehen oft im Affekt. Ziel der Präven­tion­skam­pagne war daher aufzuzeigen, dass sich Täter in einem Moment das ganze Leben „ver­sauen“ kön­nen – und zwar so authen­tisch wie möglich. Hierzu haben wir die Geschichte von „San­dro“ in Form ein­er dig­i­tal­en Kam­pagne erzählt. Der Fall ist echt, auch wenn wir alle Angaben aus Grün­den des Per­sön­lichkeitss­chutzes verän­dert haben.

 

Design und Strategie

Teaser­plakate im Stil von Ver­anstal­tung­sh­in­weisen sorgten inner­halb der Wer­bekam­pagne für Aufmerk­samkeit. An den gle­ichen Stellen wurde kurze Zeit später die Geschichte weit­er­erzählt. Das Rät­sel um San­dro wurde jedoch nur teil­weise aufgelöst. Das eigentliche Sto­ry­telling geschah in den sozialen Netzwerken.

Spon­sored Posts auf Insta­gram, aus­ge­spielt mit­tels Geo­tar­get­ing in den Zen­tren, wo die Rezip­i­en­ten zuvor mit den Plakat­en in Berührung kamen, ani­mierten, auf Insta­gram TV die ganze Geschichte zu erfahren. Dort erzählten Per­so­n­en aus „San­dros“ Umfeld, welche Kon­se­quen­zen dieser eine Moment hat­te. Aus Grün­den des Per­sön­lichkeitss­chutzes standen keine echt­en Ange­hörige vor der Kam­era, son­dern Schaus­piel­er. Aber alles was sie erzählen, entsprach „San­dros“ Geschichte.

Wer die Videos sah, wurde mit­tels Retar­get­ing an den fol­gen­den Woch­enen­den vor dem Aus­gang daran erin­nert, es bess­er als „San­dro“ zu machen. Dadurch enthielt die Kam­pagne sowohl eduka­tive Mass­nah­men als auch Botschaften, die zum rel­e­van­ten Zeit­punkt zum gewün­scht­en Ver­hal­ten aufriefen. Umge­set­zt wurde die gesamte Kam­pagne sowohl in Deutsch als auch Französisch.

 

Ergeb­nisse

Strate­gie des dig­i­tal­en Mar­ket­ings war es, mit „Brotkrümeln“ (Teaser­plakat­en), die Neugierde zu weck­en. Das junge Aus­ge­hvolk sollte auch beim Absender „Polizei“ das Ende von „San­dros“ Geschichte erfahren wollen. Mit Erfolg: In den ersten drei Wochen, als die Aufmerk­samkeit am grössten war, kon­nten rund 85‘000 Per­so­n­en oder 95% der poten­ziellen Ziel­gruppe auf Insta­gram (ca. 90‘000 Per­so­n­en) erre­icht wer­den. Dabei wur­den die Insta­gram Ads rund 8‘200 Mal gek­lickt, was knapp 1 Klick auf 10 Per­so­n­en aus­macht. Die CTR betrug für den besagten Zeitraum 1,76% (466‘700 Impres­sions). Keine schlecht­en Werte, wenn man bedenkt, dass es sich hier­bei um ein Präven­tion­skam­pagne han­delt und die Rezip­i­en­ten ohne jegliche Seg­men­tierung nach Affinität ange­sprochen wur­den (ange­sprochen wur­den alle 18 – 35-jähri­gen Insta­gram User, welche sich zum besagten Zeitraum in den Bal­lungszen­tren des Kan­tons Bern aufhiel­ten und affin für Social Media Plat­tfor­men sind)!

Fern­er gab es in den ersten drei Wochen alleine bei den Insta­gram Ads 11‘600 Videoviews von zehn oder mehr Sekun­den. Dazu kamen die Views auf Insta­gram TV (total rund 4‘000 Mal) sowie auf der Microsite und Youtube (zusam­men total rund 1‘900 Mal, Youtube-Videos wur­den auf der Microsite eingebettet).

Wer den Weg auf IGTV fand, blieb dem The­ma treu: Durch­schnit­tlich sprangen die User erst nach 38% der Abspiel­länge ab (Zahl ist gewichtet). Dazu kamen rund 4‘800 Nutzer, die ihren Weg auf die Microsite fan­den. Die durch­schnit­tliche Ver­weil­dauer von 32 Sekun­den zeigt, dass die Rezip­i­en­ten in die Geschichte ein­taucht­en und die Botschaft von San­dro verin­ner­licht haben.

 

Faz­it

Die Kreatividee war mit „San­dros“ Geschichte nah an der Lebenswelt der jun­gen Rezip­i­en­ten und löste Betrof­fen­heit aus. Das Kam­pag­nenset­ting mit den Teaser­plakat­en ohne Absender machte neugierig und traf mit IGTV den Nerv der Medi­en­nutzung der Zielgruppe.

Das Ziel wurde erre­icht: Wir stiessen mit ein­er nüchter­nen Präven­tions­botschaft auf offene Ohren – und das bei ein­er Ziel­gruppe mit ein­er stark gesät­tigten Mediennutzung.

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